A L T R E I C H E N A U  - Althütten

                                                                   

 Wappen: geteilt von Silber und Rot; links auf einem aus drei grünen Quadern gebildeter

Steinsockel ein roter Falke, rechts ein silbernes Kelchglas.

Die Gründung des Ortes durch die Grafen Salburg wird durch den Falken, die Landesherrschaft

Österreichs seit 1506 und die der Fürstbischöfe von Passau seit 1765 wird durch die Farben Rot

und Silber verdeutlicht. Der Glaskelch erinnert an die lebhafte Glaserzeugung in Altreichenau.

 

 

 " Die Reichenau "das Gebiet um Alt- und Neureichenau

Im Jahre 1506 wurde das Gebiet  um Jandelsbrunn, Alt- und Neureichenau durch kriegerische

Auseinandersetzungen östereichisch. Der erste Pfleger dieses nun österreichischen Gebietes

war ein Siegmund von Rohrbach im Mühlviertel. Am 15. August 1591 erwarb Heinrich Salburger

die Nutznießung der österreichischen Herrschaft Ranariedl. Am 1. August 1620 kaufte Salburg die Herrschaft,

also auch das Gebiet um Altreichenau auf.

Unter die Herrschaft der Salburger fällt die erste Besiedlung im Altreichenauer Raum um 1600 oder kurz vorher.

260 Jahre war die Reichenau östereichisch. Erst im Jahre 1765 gelang es Fürstbischof Graf von Firmian

das Gebiet für 315.000 Gulden von Österreich zurückzukaufen.

 

 

Altreichenau führt in seinem Wappen ein Symbol der alten Glasmacherei, welche auf den Ort größten Einfluß

ausübte. Die Glashütten Duschlberg und in der Reichenau bestanden unabhängig voneinander. Die Duschl-

berger Hütte lag auf ´fürstbischöflichem Gebiet und die Reichenauer Hütten auf österreichisch-

ranariedlschem Gebiet. Der Osterbach bildete die Landesgrenze.

 

 

Erstmals im Jahre 1611 hören wir von Altreichenau und Neureichenau. Der Name Reichenau geht auf einen

Flurnamen zurück, wobei der erste Hüttenmeister Achatz Reichenberger namensgebend wirkte.

Der erste Hüttenplatz dürfte wahrscheinlich gegenüber dem heutigem Altreichenauer Gasthaus Frey

gelegen haben. Hüttenmeister in Altreichenau war bis 1649 der Hüttengründer Achatz Reichenberger.

Die Glashütte blieb bis zum Jahre 1667 im Familienbesitz. Man stellte dort vornehmlich Hohlglas und

Scheiben her. Dann kam die Hüttenverlegung nach Süden zum Herrenhaus in Neureichenau durch den

neuen Meister Hans Adam Göschl. Erst jetzt, also ab 1668, kennen wir eine klare Unterscheidung

zwischen Altreichenau und Neureichenau.

1742 hatte Altreichenau 22 Häusler, zumeist Glasmacher der Neureichenauer Hütte. 1769 erhielt die

einsame Siedlung eine hölzerne Kapelle.

 

Die umliegenden Wälder rauschen wie ehedem, raunen von der Vergangenheit, raunen von den ersten Siedlern,

von den alten Glashütten, den Glasmachern, vom Glashüttengeist, dem Turandl.

Hören wir in das Rauschen des Waldes hinein, das uns an die Vergänglichkeit mahnt.

 

 

                             

                              Altreichenau 1959